Variantenfahrer in der Eisarena
Blick vom Anlauftal in die "Eisarena"
Am 25.02.2010, gegen 13.30 Uhr, beabsichtigten ein 24-jähriger
lettischer Staatsangehöriger und ein 23-jähriger schwedischer Staatsangehöriger,
beide arbeiten derzeit als Saisonarbeiter in einer Pizzeria in Bad Gastein,
mit Schiern bzw. einem Snowboard vom Kreuzkogel (Schigebiet Sportgastein) auf
der Nordabfahrt (Variantenabfahrt) talwärts zu fahren. Dabei verirrten
sie sich im Nebel und fuhren im Bereich der Keuchenscharte fälschlicherweise
in das gegenüberliegende, sogenannte, Höhkar, ab. Es handelt sich
dabei um ein abgeschlossenes, alpines Hochtal, welches im Nordosten durch eine
ca. 250 bis 300 m hohe, senkrecht abfallende Wandflucht (Lange Wand), vom Anlauftal
getrennt ist. Im Winter ist dieser Bereich von zahlreichen Eiswasserfällen
durchzogen (Eisarena) und ein beliebter Treffpunkt für Steileiskletterer.
Die beiden Wintersportler gerieten über diverse Schneebänder, in diesen,
höchst gefährlichen Wandteil und kamen weder vor noch zurück.
Der Standort der Variantenfahrer aus dem Hubschrauber
Alle sind froh über den guten Ausgang der Aktion
Um 15.50 Uhr, setzte einer der beiden einen Notruf ab und gab an, im Bereich
der Nordabfahrt „festzustecken“. Sofort durchgeführte Erhebungen
seitens der Alpinpolizei ergaben, dass die beiden in der „Eisarena festsitzen“.
Ein Suchflug mit dem Hubschrauber des Innenministeriums „Libelle“
verlief erfolgreich. Die Wintersportler konnten auf einer Seehöhe von 1.650
Meter, in der Wandflucht ausfindig gemacht werden. Wegen des starken Windes
war eine Hubschrauberbergung nicht möglich. Aufgrund dessen, wurde um 16.36
Uhr, die Bergrettung Bad Gastein alarmiert. 23 Mann der Bergrettung Bad Gastein
und ein Alpinpolizist stiegen zu den beiden Wintersportlern auf. Dabei mussten
die Retter durch die zum Teil vereiste Wandflucht. Als sie bei den beiden eintrafen,
war es bereits dunkel. In der anschließenden, aufwendigen Bergeaktion,
wurden der Lette und der Schwede über den so genannten „Federweiß
Eisfall“ 160 Meter abgeseilt, dabei wurde das Gelände mit der Lichtkanone
ausgeleuchtet. Die Retter verwendeten dabei ein 200 Meter langes Bergeseil.
Bei der äußerst aufwendigen Bergung konnten die beiden Wintersportler
unverletzt ins Tal gebracht werden. Der Einsatz wurde um 21.15 Uhr beendet.

Last Update
05.07.2010