CHO OYU |
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| Geographische Lage: | Nepal Himalaya Mahalangur Himal 28°06’ n.Br., 86°40’ö.L. |
| Höhe: | <8.201m, sechst höchster Berg der Erde |
| Erstbesteiger: | Herbert Tichy, Sepp Jöchler, Pasang Dawa Lama am 19 Oktober 1954 |
9. April - 19. Mai 1997
| Expeditionsteilnehmer: | Sepp Inhöger, Expeditionsleiter, BR Bad Gastein |
| Dr. Martin Mayerhofer Expeditionsarzt, BR Bad Gastein | |
| Walter Ölschützer, Bad Gastein | |
| Gernot Lachmair, Bergführer, BR Bad Gastein | |
| Harald Ortner, BR Bad Gastein | |
| Hans Krimplstätter, BR Bad Hofgastein | |
| Richard Franzl, BR Dienten | |
| Herbert Rainer, Bergführer, BR Bramberg | |
| Sepp Kendler, Großarl | |
| Hans Gschwandtl, Großarl | |
| Harry Nikol, Bamberg, BRD | |
| Shree Dhan Rai "Mantare", Sirdar, Nepal | |
| Ongjel Sherpa, Koch, Nepal |
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Die Anreise erfolgte mit der Royal Nepal Air von Frankfurt aus, mit einer Zwischenlandung in Dubai, nach Katmandu. In Katmandu wurden letzte Formalitäten erledigt und einige Sehenswürdigkeiten besichtigt. Nach 2 Tagen reisten wir mit der China SW Airlines nach Lhasa, der Hauptstadt Tibets weiter. Bei wunderbarem Wetter überflogen wir den Himalaya. Vom Flugzeug aus konnten wir erstmals unser Ziel, den Cho Oyu sehen. Zur Akklimatisation war ein Aufenthalt von 2 Tagen in Lhasa eingeplant. In diesen beiden Tagen wurde der Potala Palast des Dalai Lama und das Kloster Drepung und der Jokang Tempel besucht. Über Schotterpisten ging die Reise in Jeeps weiter entlang des Yamdrok Sees und den 5.100m Hohen Pass - Kara La nach Shigatze. Tags darauf führte die Reise weiter durch die wüstenhafte Landschaft des tibetischen Hochlands bis Shekar Dzong ( New Tingri). Bereits während der Fahrt zeigte sich die Gipfelpyramide des Mt. Everest am Horizont. Am folgenden Tag erreichten wir den Ort Tingri. Dort verließen wir die Schotterpisten und fuhren querfeldein bis zum sgn. Fahrerlager – Kyetrak auf 4.460m. In Kyetrak wurde das erste Zeltlager aufgeschlagen. An diesem windigen und kalten Ort blieben wir weiter 2 Tage um uns an die Höhe zu gewöhnen. Die gesamte Ausrüstung wurde auf 33 Yaks aufgeteilt und die Expeditionsmannschaft stieg bis auf eine Höhe von 5.200m auf. H. Ortner musste wegen eines Lungenödems bis nach Tingri absteigen und erreichte erst nach 5 Tagen das vorgeschobene Basislager. Die Expeditionsmitglieder erreichten während dessen das vorgeschobene Basislager auf 5.700m. Im Vorgeschobenen Basislager wurden Zweimannzelte, ein Mannschaftszelt und ein Kochzelt errichtet. In den folgenden Tagen wurde sofort mit dem Aufbau einer Lagerkette begonnen. Das Lager I wurde auf 6.300m errichtet. Es folgte der schwierigste Teil der Anstiegsroute, über einen Eisbruch. Oberhalb des Eisbruchs, auf 7.000m wurde Lager II errichtet. Während der Transportarbeiten zu den Hochlagern, hatte sich durch austretendes Gas ein Zelt in Lager I entzündet und brannte großteils nieder. Glücklicherweise wurde niemand verletzt und es gingen keine wichtigen Ausrüstungsgegenstände verloren. Am 30 April starteten Richard Franzl und Herbert Rainer gegen 3.ºº Uhr von Lager II zum Gipfel. Aufgrund der extremen Kälte und Gefühllosigkeit in Fingern und Zehen musste Richard Franzl den Gipfelgang knapp unterhalb von Lager III abbrechen. Herbert Rainer setzte nach einer kurzen Pause in Lager III den Gipfelgang fort. Über das gelbe Band und leichtes Felsgelände führte der Anstieg zu einem Eisfeld und weiter auf das Gipfelplateau. Über flaches Schneegelände erreichte Herbert Rainer bei schönem Wetter gegen Mittag den Gipfel. Am gleichen Tag stieg er bis ins Basislager ab. Als nächstes Team starteten am 2 Mai Sepp Inhöger , Harry Nikol und Hans Krimplstätter von Lager II aus in Richtung Gipfel. Die Wetterverhältnisse waren schlecht, die Sichtweite nur gering. Am gelben Band auf 7.600m kehrte Hans Krimplstätter um. Sepp Inhöger und Harry Nikol stiegen weiter zum Gipfelplateau auf. Mit einigen Markierungsstangen und Schistöcken wurde der Weg markiert. Gemeinsam mit einem Niederösterreicher, 2 Engländern und 2 Sherpas erreichten Sepp Inhöger und Harry Nikol nach einigem Suchen bei sehr schlechten Bedingungen den Gipfel. Trotz der Markierungen verloren sie beim Abstieg kurzzeitig die Orientierung . Schließlich erreichten Sepp Inhöger und Harry Nikol wohlbehalten das Lager II. Am folgenden Tag stiegen sie ins Basislager ab. Die Gipfelerfolge wurden mit einem frisch gebackenen „Summit cake“ gefeiert. Es folgte eine längere Phase mit unbeständigem und sehr windigem Wetter. Es wurden mehrere Gipfelversuche gestartet. Am 6 Mai ereignete sich ein gefährlicher Zwischenfall. 4 spanische Bergsteiger aus dem Baskenland erreichten erst am Abend de Gipfel und mussten anschließend am Gipfelplateau auf über 8.000m biwakieren. Erst nach mehreren Tagen und einer chaotischen Rettungsaktion konnten die 4 Spanier ins Basislager gebracht werden. Dr. Martin Mayerhofer führte die Erstversorgung durch. Die Spanier hatten schwerste Erfrierungen an Füßen, Händen und am Gesicht. Zwei der Bergsteiger verloren mehrere Finger und Zehen. Sepp Kendler erlitt einen Gehörsturz und musste auf einen weiteren Gipfelversuch verzichten. Hans Gschwandtl errichtete bei Lager III ein Zelt und verbrachte 2 Tage allein auf einer Höhe von 7.300m. Aufgrund des starken Sturms war ein Gipfelgang nicht möglich und Hans musste wieder absteigen. Das Ende der Expedition rückte immer näher. Dr. Martin Mayerhofer und Harald Ortner starteten einen letzten Gipfelversuch. Bei stürmischem Wetter stiegen sie zum Lager I auf. Nach einem Sturmtag auf Lager I , stiegen sie tags darauf bis zum Lager III auf. Über Nacht hatte sich das Wetter gebessert . Am 12.Mai brachen sie bei gutem Wetter auf und erreichten gegen Mittag den Gipfel. Anschließen stiegen sie bis zum Lager II ab. Am folgenden Tage wurden die Lager abgebaut und im Basislager der Abmarsch vorbereitet. Mit Yaks wurde die Ausrüstung wieder bis zum Fahrerlager Kyetrak transportiert. Mit Jeeps und einem LKW erfolgte die Rückreise über den 5.050m hohen Pass Lalung La bis zur tibetisch – nepalesischen Grenze bei Zangmu. Am 16. Mai erreichte die Expeditionsmannschaft Katmandu. Nach einem kurzen Aufenthalt und dem Rückflug über Dubai und Frankfurt , trafen alle Teilnehmen gesund und wohlbehalten am 19. Mai wieder in Bad Gastein ein. |
Text: Harald Ortner
Photos: Sepp Inhöger